Vier Generationen Geschmack und Genuss
1901 eröffneten Wilhelm Seeger und seine Ehefrau Luise die Bäckerei Seeger in Blankenloch.
Seinen Beruf hatte Wilhelm bei seinem Onkel in Karlsruhe in der Rüppurrer Straße erlernt. Mit
seiner eigenen Bäckerei begann er in der Hauptstraße 168 in Blankenloch. Zwei Jahre später
erwarb das Ehepaar das Anwesen am heutigen Standort. Sie mussten sich bei nur 1.650 Einwoh-
nern in Blankenloch gegen fünf Mitkonkurrenten durchsetzen. Daher betrieben sie neben der
Bäckerei noch eine Landwirtschaft. Die Nachfolge sollte eigentlich der älteste Sohn, Friedrich
Wilhelm, antreten. Nachdem er aber 1918 im letzten Kriegsjahr fiel, übernahm sein Bruder Au-
gust das Erbe. Er konnte 1939 noch seinen Meisterbrief entgegennehmen, bevor er im zweiten
Weltkrieg zur Wehrmacht eingezogen wurde. Für die Bevölkerung folgte auch über das Kriegs-
ende hinaus eine schwere Zeit. Aufgrund strenger Rationierung mit Lebensmittelkarten gab es
zunächst wenig Spielraum, die Not zu lindern.
1946 übernahm August Seeger nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft mit seiner
Frau Frieda den Familienbetrieb. Er konnte sich bereits auf das handwerkliche Können und Wis-
sen seines Sohnes Theo stützen. Nach anfänglicher Erledigung des Notwendigsten konnte sich
der Betrieb kontinuierlich weiterentwickeln. Einen Schub brachte die Währungsreform am
20. Juni 1948. 1956 erhielt Theo Seeger seinen Meisterbrief. Dringend notwendig war 1963 die
Anschaffung eines ölbefeuerten Backofens. Der alte Backofen war seit 1926 im Einsatz.
1968 führte Bäckermeister Theo Seeger gemeinsam mit seiner Ehefrau Elisabeth die Bäckerei
fort. Sie legten den Grundstein für die weitere Entwicklung und das Ansehen der Bäckerei &
Konditorei Seeger. Sie bauten das heutige Haus in der Hauptstraße mit dem Ladengeschäft, dem
Café und der großen Backstube. Am 24. Oktober 1970 wurde mit dem Abbruch des alten einge-
schossigen Wohn- und Geschäftshauses begonnen. Bereits am 9. Oktober 1971 konnten sie den
Laden im Erdgeschoss und am 27. Februar 1972 das Café im Obergeschoss eröffnen. Mit dem
Abbruch der alten Backstube wurde am 4. August 1988 begonnen. Am 31. Januar 1989 ging die
neue 130 Quadratmeter große Backstube in Betrieb. Der neue Backofen hat eine Backfläche von
rund 10 Quadratmetern und ein Gewicht von 3,6 Tonnen. Dank eines neuen Silos entfiel seitdem
das Schleppen der schweren Mehlsäcke. Nachdem die Bäckerei die ganzen Jahre ein Zwei-Mann-
Betrieb war, stieg die Zahl der Beschäftigten in dieser Zeit. Auch das Brot- und Backwarensorti-
ment vergrößerten die Inhaber. Theo Seeger war in aller Frühe der Erste in der Backstube und
bereitete die Teige für Brot und Brötchen vor. Elisabeth Seeger war bei der Kundschaft sehr be-
liebt. Sie arbeitete fleißig und bescheiden von früh bis spät im Laden. Markus Seeger erhielt
1993 seinen Meisterbrief.
1996 übernahm Bäcker und Konditormeister Markus Seeger mit seiner damaligen Frau Sonja
das Geschäft. Er erweiterte das Angebot insbesondere um Feingebäck und Konditoreiwaren.
Zuvor sammelte er wertvolle Erfahrungen in namhaften Konditoreien, z. B. in der Schweiz. Er
renovierte von April bis Juni 1998 den Laden. Im Jahr 2012 folgte dann die Renovierung des gro-
ßen Cafés im Obergeschoss. Nur ein Jahr später kam es zu einem schlimmen Ereignis: Am 1.
August 2013 zerstörte ein Brand den Laden. Während der Verkauf umgehend in einem Contai-
ner weiterlief, wurde der Laden mit viel Tatkraft in kurzer Zeit instandgesetzt und renoviert. Am
6. Dezember 2013 erstrahlte er modern und freundlich, um die Kundschaft wieder zu empfan-
gen und das große Sortiment an Backwaren, Torten und Pralinen ansprechend zu präsentieren.
Die nächste Generation steht schon bereit: 2025 legte Cedric Seeger die Prüfung zum Bäcker-
meister erfolgreich ab. Seine Spezialität sind bekömmliche Sauerteigbrote mit langer Teigfüh-
rung. Amelie Seeger ist Betriebswirtin des Handwerks und leitet den Verkauf. Für 2027 ist erneut
eine Weiterentwicklung mit größeren Investitionen in die Backstube geplant.
Die Familie Seeger führte das Geschäft erfolgreich auch durch schwierige Zeiten. Dies wäre nicht
möglich gewesen, ohne die fleißige Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie
fertigen mit handwerklichem Können und viel Einsatz hochwertige Backwaren und verkaufen sie
mit großer Freundlichkeit. Besonderer Dank gilt auch der langjährigen Treue und Verbundenheit
unserer Kundschaft.
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